Rolex Daytona „Four Seasons": Vier Unikate erzielen 41,2 Mio. CHF
Rolex Daytona „Four Seasons": vier Unikate erzielen bei Phillips £37,3 Mio. für die Federer Foundation und Re:wild, mehr als Patek 2019 bei Only Watch.
Vier eigens gefertigte Rolex Cosmograph Daytona sind bei Phillips in London zusammen für £37,3 Millionen unter den Hammer gekommen, umgerechnet rund CHF 41,2 Millionen beziehungsweise etwa 43,5 Millionen Euro. Die Versteigerung fand am 28. September 2026 statt, der Erlös fließt vollständig an wohltätige Zwecke.
Vier Jahreszeiten, ein Kaliber, wie das Set aufgebaut ist
Alle vier Uhren teilen sich Gehäuse, Zifferblattlayout und das Kaliber 4131. Der Unterschied liegt im Material und in den Steinen: Winter kommt in Platin, Spring in Weißgold, Summer in Everose-Gold und Autumn in Gelbgold, jede mit eigener Steinbesetzung passend zur jeweiligen Saison.
Damit bilden die vier Referenzen 126596 SABV, 126599 SAVL, 126595 SARO und 126598 TML ein zusammenhängendes Quartett statt vier beliebig kombinierter Einzelstücke.
Summer erzielte mit £10,3 Millionen den höchsten Einzelzuschlag, knapp vor Autumn mit £10,2 Millionen und Winter mit £10 Millionen. Spring blieb mit £6,8 Millionen deutlich darunter, was angesichts identischer Technik vor allem am Edelmetall und der Steinbesetzung liegen dürfte.
Der Zweck hinter dem Rekord
Der komplette Erlös der Auktion kommt der Federer Foundation und der Naturschutzorganisation Re:wild zugute. Phillips bezeichnet das Gesamtergebnis als Rekord für eine einzelne Konsignation bei einer Wohltätigkeitsauktion.
Geführt wurde die Versteigerung von Aurel Bacs, der bereits die Patek-Philippe-Grandmaster-Chime-Auktion bei Only Watch 2019 geleitet hatte. Der Großteil der Gebote lief laut Bericht über Telefonleitungen, ein Hinweis darauf, dass die eigentlichen Interessenten nicht im Saal saßen.
Einordnung: ein Vergleich mit Einschränkung
Der naheliegende Vergleich ist die Patek Philippe Grandmaster Chime aus Stahl, die 2019 bei Only Watch für CHF 31 Millionen verkauft wurde und bis dahin als teuerste Uhr überhaupt galt. Die vier Daytonas übertreffen diese Summe mit CHF 41,2 Millionen um rund CHF 10 Millionen.
Der Vergleich hinkt an einer Stelle: Die Grandmaster Chime war ein einzelnes Stück für CHF 31 Millionen, die Rolex-Summe verteilt sich auf vier Uhren mit identischem Kaliber 4131. Wer das Ergebnis einordnen will, muss also fragen, was eine komplette Vierer-Erzählung wert ist, nicht was eine einzelne Uhr kostet.
Technische Eckdaten des Sets
Alle vier Uhren messen 40 mm im Durchmesser bei 12,20 mm Höhe und tragen ein Saphirglas sowie 100 m Wasserdichtigkeit, wie es für die aktuelle Daytona-Baureihe üblich ist. Das Armband ist durchgehend das Oyster-Metallband im jeweiligen Gehäusematerial.
Angetrieben werden sie vom Kaliber 4131 mit automatischem Aufzug, 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und 72 Stunden Gangreserve. Funktional bietet die Uhr Stunden, Minuten, Sekunden und Chronograph.
Da jede der vier Referenzen ein Einzelstück ist, existiert von jeder Version genau ein Exemplar.
Was das für den Sammlermarkt bedeutet
Rolex-Auktionsrekorde entstanden bisher meist über vintage Referenzen wie den ref. 6239 Paul-Newman-Daytona, den Phillips 2017 für 17,75 Millionen US-Dollar versteigerte. Das Four-Seasons-Set ist ein brandneues Konzept ohne jahrzehntelange Provenienz und erreicht mit CHF 41,2 Millionen dennoch mehr als das Doppelte jenes Ergebnisses.
Für den Markt zeigt das: Eine klar inszenierte Unikat-Konstellation mit Wohltätigkeitszweck kann einen Rekordwert erzielen, auch ganz ohne die jahrzehntelange Geschichte, die vintage Referenzen sonst treibt.
Wer die Preisentwicklung bei Rolex insgesamt verfolgt, findet einen Überblick zur Marke in unserem Rolex-Bereich.

