Nahaufnahme einer roségoldfarbenen Armbanduhr mit Krone auf weißem Strickstoff
©Unsplash · Crystal Chabot

Rolex Daytona „Four Seasons": Vier Unikate erzielen 41,2 Mio. CHF

Rolex Daytona „Four Seasons": vier Unikate erzielen bei Phillips £37,3 Mio. für die Federer Foundation und Re:wild, mehr als Patek 2019 bei Only Watch.

Kirill
Beitrag von
Aktualisiert am
29.09.2026
Veröffentlicht am
29.09.2026

Inhaltsverzeichnis7
  1. 1Das Ergebnis in Zahlen
  2. 2Vier Jahreszeiten, ein Kaliber, wie das Set aufgebaut ist
  3. 3Der Zweck hinter dem Rekord
  4. 4Einordnung: ein Vergleich mit Einschränkung
  5. 5Technische Eckdaten des Sets
  6. 6Was das für den Sammlermarkt bedeutet
  7. 7FAQ: Häufig gestellte Fragen

Vier eigens gefertigte Rolex Cosmograph Daytona sind bei Phillips in London zusammen für £37,3 Millionen unter den Hammer gekommen, umgerechnet rund CHF 41,2 Millionen beziehungsweise etwa 43,5 Millionen Euro. Die Versteigerung fand am 28. September 2026 statt, der Erlös fließt vollständig an wohltätige Zwecke.

Vier Jahreszeiten, ein Kaliber, wie das Set aufgebaut ist

Alle vier Uhren teilen sich Gehäuse, Zifferblattlayout und das Kaliber 4131. Der Unterschied liegt im Material und in den Steinen: Winter kommt in Platin, Spring in Weißgold, Summer in Everose-Gold und Autumn in Gelbgold, jede mit eigener Steinbesetzung passend zur jeweiligen Saison.

Damit bilden die vier Referenzen 126596 SABV, 126599 SAVL, 126595 SARO und 126598 TML ein zusammenhängendes Quartett statt vier beliebig kombinierter Einzelstücke.

Summer erzielte mit £10,3 Millionen den höchsten Einzelzuschlag, knapp vor Autumn mit £10,2 Millionen und Winter mit £10 Millionen. Spring blieb mit £6,8 Millionen deutlich darunter, was angesichts identischer Technik vor allem am Edelmetall und der Steinbesetzung liegen dürfte.

Der Zweck hinter dem Rekord

Der komplette Erlös der Auktion kommt der Federer Foundation und der Naturschutzorganisation Re:wild zugute. Phillips bezeichnet das Gesamtergebnis als Rekord für eine einzelne Konsignation bei einer Wohltätigkeitsauktion.

Geführt wurde die Versteigerung von Aurel Bacs, der bereits die Patek-Philippe-Grandmaster-Chime-Auktion bei Only Watch 2019 geleitet hatte. Der Großteil der Gebote lief laut Bericht über Telefonleitungen, ein Hinweis darauf, dass die eigentlichen Interessenten nicht im Saal saßen.

Einordnung: ein Vergleich mit Einschränkung

Der naheliegende Vergleich ist die Patek Philippe Grandmaster Chime aus Stahl, die 2019 bei Only Watch für CHF 31 Millionen verkauft wurde und bis dahin als teuerste Uhr überhaupt galt. Die vier Daytonas übertreffen diese Summe mit CHF 41,2 Millionen um rund CHF 10 Millionen.

Der Vergleich hinkt an einer Stelle: Die Grandmaster Chime war ein einzelnes Stück für CHF 31 Millionen, die Rolex-Summe verteilt sich auf vier Uhren mit identischem Kaliber 4131. Wer das Ergebnis einordnen will, muss also fragen, was eine komplette Vierer-Erzählung wert ist, nicht was eine einzelne Uhr kostet.

Technische Eckdaten des Sets

Alle vier Uhren messen 40 mm im Durchmesser bei 12,20 mm Höhe und tragen ein Saphirglas sowie 100 m Wasserdichtigkeit, wie es für die aktuelle Daytona-Baureihe üblich ist. Das Armband ist durchgehend das Oyster-Metallband im jeweiligen Gehäusematerial.

Angetrieben werden sie vom Kaliber 4131 mit automatischem Aufzug, 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und 72 Stunden Gangreserve. Funktional bietet die Uhr Stunden, Minuten, Sekunden und Chronograph.

Da jede der vier Referenzen ein Einzelstück ist, existiert von jeder Version genau ein Exemplar.

Was das für den Sammlermarkt bedeutet

Rolex-Auktionsrekorde entstanden bisher meist über vintage Referenzen wie den ref. 6239 Paul-Newman-Daytona, den Phillips 2017 für 17,75 Millionen US-Dollar versteigerte. Das Four-Seasons-Set ist ein brandneues Konzept ohne jahrzehntelange Provenienz und erreicht mit CHF 41,2 Millionen dennoch mehr als das Doppelte jenes Ergebnisses.

Für den Markt zeigt das: Eine klar inszenierte Unikat-Konstellation mit Wohltätigkeitszweck kann einen Rekordwert erzielen, auch ganz ohne die jahrzehntelange Geschichte, die vintage Referenzen sonst treibt.

Wer die Preisentwicklung bei Rolex insgesamt verfolgt, findet einen Überblick zur Marke in unserem Rolex-Bereich.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Dazu liegen bislang keine Angaben vor, da die vier Einzelstücke direkt an private Bieter gingen, die größtenteils telefonisch geboten haben. Ob eine der vier Uhren künftig öffentlich gezeigt wird, hängt allein von den neuen Eigentümern ab.

Das Kaliber 4131 ist das aktuelle Serienwerk der modernen Daytona-Kollektion und läuft auch in den vier Four-Seasons-Uhren unverändert mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und 72 Stunden Gangreserve. Der Unterschied zwischen den vier Auktionsstücken und einer regulären Daytona liegt in Gehäusematerial, Zifferblatt und Steinbesetzung, nicht im Werk.

Die Federer Foundation setzt ihre Mittel nach eigenen Angaben für frühkindliche Bildungsprogramme im südlichen Afrika und in der Schweiz ein. Re:wild wurde von Leonardo DiCaprio mitgegründet und finanziert Naturschutzprojekte; eine genaue Aufteilung der £37,3 Millionen zwischen beiden Organisationen wurde bislang nicht veröffentlicht.

Zu früheren Rolex-eigenen Wohltätigkeitsauktionen und deren Zuschlägen liegen uns keine belastbaren Zahlen vor. Bekannt ist, dass Phillips 2017 mit Paul Newmans privater Daytona Ref. 6239 für 17,75 Millionen US-Dollar einen Auktionsrekord für eine Armbanduhr aufstellte, allerdings ohne Wohltätigkeitszweck.