Louis Vuitton bringt die Monterey als Ceramic-Dauermodell zurück
Die Louis Vuitton Monterey Ceramic startet in Schwarz und Grün als reguläres Kollektionsmodell mit Manufakturkaliber, Keramikgehäuse und deutlich gesenktem Einstiegspreis.
Louis Vuitton bringt die Monterey als dauerhaftes Kollektionsmodell zurück. Die Monterey Ceramic erscheint in zwei Farbversionen, Schwarz und Grün, und ersetzt damit das limitierte Vorjahresmodell aus 18-karätigem Gold.
Design und Geschichte: Vom LV II zur Ceramic-Neuauflage
Die Monterey Ceramic geht auf die erste Uhr von Louis Vuitton überhaupt zurück. 1988 brachte das Haus mit dem LV I und dem LV II zwei Modelle heraus, entworfen von der italienischen Architektin Gae Aulenti, die später auch das Pariser Musée d'Orsay gestaltete.
Der LV I kam in 18-karätigem Gold, der LV II in schwarz polierter Keramik. Beide teilten sich ein lugloses, pebble-förmiges Gehäuse mit einer Krone bei 12 Uhr, eine bewusste Anspielung auf klassische Taschenuhren.
Der Name Monterey stammt der Überlieferung nach von einer amerikanischen Fehlaussprache des französischen Wortes montre, zu Deutsch schlicht Uhr. Aus montre I und montre II wurde im Volksmund Monterey.
Technik: Gehäuse, Werk und Wasserdichtigkeit
Die Monterey Ceramic behält den Durchmesser von 37 mm des Originals bei, ist mit 11 mm Gehäusehöhe aber etwas dicker als der Vorgänger von 1988. Der Grund dafür sitzt im Inneren.
Statt des ursprünglichen Quarzwerks von IWC arbeitet jetzt das hauseigene Automatikkaliber LFT MA01.02 von La Fabrique du Temps, Louis Vuittons Manufaktur in Genf. Es läuft mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und bietet 45 Stunden Gangreserve.
Das Kaliber wurde ursprünglich für die Tambour Taiko Spin Time entwickelt, was seine kompakte, aber vergleichsweise hohe Bauform erklärt. Die Wasserdichtigkeit liegt bei 30 Metern, jedes Modell trägt ein farblich abgestimmtes Kalbslederband mit Stahldornschließe.
Fertigung: Keramikgehäuse und lackiertes Zifferblatt von Hand
Für das Gehäuse wird Zirkoniumoxid-Pulver mit Pigmenten vermischt und unter hohem Druck zu einem festen Rohling gepresst. Erst danach entsteht per CNC-Fräsung die charakteristische Pebble-Form.
Der Rohling wird bei über 1.000 Grad gebrannt, um die Farbe dauerhaft zu fixieren. Anschließend schleifen und polieren Handwerker das Gehäuse in mehreren Schritten von Hand, bis die fertige Oberfläche entsteht.
Das Zifferblatt ist reduziert auf Stunden, Minuten und Sekunden, Datum und Alarm des Originals von 1988 entfallen. Zifferblatt und Zeiger werden mehrfach von Hand lackiert, die Beschriftung wird gestempelt und bei rund 80 Grad eingebrannt.
Einordnung: Was sich gegenüber dem Gold-Modell ändert
Gegenüber dem limitierten Gold-Modell von 2025 tauscht die Ceramic-Version Edelmetall gegen Keramik und Stahl, dazu tritt ein lackiertes an die Stelle eines gefeuerten Emailzifferblatts. Der Preis sinkt dadurch auf weniger als ein Drittel der Vorgängerversion.
Wichtiger als das Material ist der Status: Während das Gold-Modell eine limitierte Auflage war, ist die Monterey Ceramic reguläre Kollektionsware ohne Stückzahlbegrenzung. Für Sammler bedeutet das dauerhafte Verfügbarkeit statt Wettlauf um ein knappes Kontingent.
Das Kaliber LFT MA01.02 zeigt zudem, dass La Fabrique du Temps ihre Manufakturkaliber inzwischen auch unterhalb der Gold-Preisklasse einsetzt. Sandgestrahlte Brückenkanten und klare Saphire statt roter Rubine positionieren das Werk technisch auf Augenhöhe mit anderen Genfer Manufakturkalibern, nur eben in einem deutlich zugänglicheren Gesamtpaket.
