CASIO G-Shock DW-5000R im Test 2026: Lohnt sich die Heritage-Uhr?

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Casio DW5600E-1 Uhr

Der CASIO G-Shock DW-5000R kostet 159 Euro und verzichtet auf Solar und Funkuhr. Wir testen, ob die originalgetreue 1983er-Neuauflage den Aufpreis wert ist.

Kirill
Testbericht von
Aktualisiert am
21.07.2026
Veröffentlicht am
21.07.2026

Der CASIO G-Shock DW-5000R ist eine bewusste Zeitreise. 2024 brachte Casio diese Neuauflage des allerersten G-Shock von 1983 auf den Markt, und verzichtete dabei konsequent auf jede moderne Technologie, die in den letzten 40 Jahren dazugekommen ist. Kein Tough Solar, keine Funkuhr, kein Bluetooth. Nur das, was 1983 auch schon drin war: ein robustes Quarzwerk, LED-Licht, Stoppuhr, Timer und Alarme.

Für 158,80 Euro richtet sich der DW-5000R an zwei Gruppen: Sammler, die ein möglichst authentisches Stück G-Shock-Geschichte am Handgelenk tragen wollen, und Nostalgiker, denen das Design wichtiger ist als die Ausstattung. Wer dagegen eine praktische Alltagsuhr sucht, die nie ans Ladegerät muss und sich automatisch mit der Atomuhr synchronisiert, findet im G-Shock-Sortiment bessere Optionen, oft sogar günstiger.

Die Frage ist also nicht, ob der DW-5000R eine gute Uhr ist. Die Frage ist, ob du bereit bist, für Authentizität zu zahlen, was andere für mehr Funktion ausgeben.

Das Design ist der Kern des DW-5000R. Casio hat sich sichtbar Mühe gegeben, das Original von 1983 so genau wie möglich zu reproduzieren. Das quadratische Resin-Gehäuse, die markante Silhouette, die Anordnung der Knöpfe, alles sitzt da, wo es vor über 40 Jahren saß. Selbst die Schriftart auf dem Display und die Proportionen der Segmente wurden übernommen.

Die Verarbeitung ist solide. Das Gehäuse besteht aus stoßfestem Resin, das Armband aus demselben Material. Die Uhr ist bis 200 Meter wasserdicht, hält Stürze aus und fühlt sich nach ein paar Tagen Tragen so an, als hätte sie schon Jahre auf dem Buckel, im positiven Sinn. Das Gewicht ist gering, die Uhr verschwindet praktisch am Handgelenk.

Was fehlt, ist jede Form von Premium-Anmutung. Das Mineral-Kristallglas ist funktional, aber nicht kratzfest wie Saphirglas. Das Resin-Gehäuse sieht nach einigen Monaten Alltagsgebrauch entsprechend mitgenommen aus. Wer eine Uhr sucht, die auch nach Jahren wie neu aussieht, ist hier falsch. Der DW-5000R ist für Leute, die Patina als Charaktermerkmal sehen.

Die Funktionen sind überschaubar und genau das, was 1983 State of the Art war. Die Uhr zeigt die Uhrzeit in 12- oder 24-Stunden-Format, hat eine Stoppuhr mit 1/100-Sekunden-Genauigkeit, einen Countdown-Timer und fünf tägliche Alarme plus einen Stundensignal. Das LED-Backlight ist bernsteinfarben und leuchtet das Display gleichmäßig aus, für nächtliches Ablesen reicht es.

Die Batterie hält laut Casio etwa zwei Jahre. In der Praxis berichten viele Nutzer, dass sie bei moderater Nutzung des Backlights auch drei Jahre schaffen. Trotzdem bleibt der Batteriewechsel ein Punkt, den man bei modernen Solar-G-Shocks nicht hat. Alle paar Jahre muss die Uhr zum Batterie-Tausch, entweder selbst gemacht oder beim Uhrmacher.

Was komplett fehlt: Tough Solar, Multi-Band 6 Funkuhr-Synchronisation und Bluetooth. Das bedeutet, die Uhr muss manuell gestellt werden, sie synchronisiert sich nicht automatisch mit der Atomuhr und lädt sich nicht über Licht auf. Für eine Uhr, die 2026 verkauft wird, ist das eine bewusste Entscheidung gegen Komfort. Casio wollte Authentizität, nicht Fortschritt.

Im Alltag trägt sich der DW-5000R wie jeder andere quadratische G-Shock. Das Armband ist weich genug, um nicht zu scheuern, und die Uhr sitzt flach am Handgelenk. Die Knöpfe sind gut erreichbar, das Display ist auch bei seitlichem Blickwinkel ablesbar. Wer schon mal einen DW-5600 oder GWM-5610 getragen hat, kennt das Tragegefühl.

Die Ablesbarkeit ist bei Tageslicht hervorragend. Die LCD-Segmente sind groß und kontrastreich, die Zahlen klar. Bei Dunkelheit muss das LED-Backlight ran, und das ist der Moment, in dem man merkt, dass 1983 lange her ist. Das bernsteinfarbene Licht ist funktional, aber nicht hell genug, um das Display auf einen Blick zu erfassen. Man muss kurz hinschauen, um die Uhrzeit zu lesen. Moderne G-Shocks mit Super Illuminator sind hier deutlich besser.

Der Batteriewechsel ist ein Faktor, den man nicht unterschätzen sollte. Alle zwei bis drei Jahre muss die Uhr geöffnet werden. Wer das selbst macht, zahlt ein paar Euro für die Batterie. Wer zum Uhrmacher geht, zahlt 10 bis 20 Euro. Das ist nicht die Welt, aber es ist ein Aufwand, den Solar-Modelle nicht haben. Und es bedeutet, dass die Uhr irgendwann auch mal ein paar Tage stillsteht, wenn man den Wechsel vergisst.

Mit 158,80 Euro steht der DW-5000R in direkter Konkurrenz zu Modellen, die mehr bieten. Der DW-5600, der funktional fast identisch ist, kostet rund 100 Euro. Der GWM-5610, der Tough Solar und Multi-Band 6 Funkuhr mitbringt, liegt bei etwa 150 bis 180 Euro, je nach Angebot. Der DW-5000R ist also teurer als das Budget-Modell und auf Augenhöhe mit der Solar-Funkuhr.

Die Frage ist, ob die originalgetreue Rekonstruktion des 1983er-Designs diesen Aufpreis rechtfertigt. Für Sammler lautet die Antwort klar ja. Der DW-5000R ist die einzige Möglichkeit, ein nahezu identisches Replikat des ersten G-Shock zu bekommen, ohne mehrere tausend Euro für ein Originalmodell aus den 1980ern auszugeben. Für diese Zielgruppe ist der Preis fair.

Für Pragmatiker ist die Rechnung anders. Wer eine G-Shock als Alltagsuhr kauft, bekommt für dasselbe Geld oder weniger ein Modell, das nie eine Batterie braucht, sich automatisch stellt und im Zweifel auch noch Bluetooth hat. Der Heritage-Aufschlag macht nur Sinn, wenn das Design und die Geschichte der Uhr einen emotionalen Wert haben. Rein funktional betrachtet ist der DW-5000R überteuert.

Unsere Wertung

Der CASIO G-Shock DW-5000R ist eine exzellente Uhr für Sammler und Heritage-Fans, die bereit sind, für Authentizität zu zahlen. Die Verarbeitung ist solide, das Design originalgetreu, die Robustheit unbestritten. Für Käufer, die eine praktische Alltagsuhr suchen, ist er jedoch zu teuer und zu eingeschränkt. Solar-Modelle wie der GWM-5610 bieten mehr Funktion für ähnliches Geld, Budget-Modelle wie der DW-5600 dieselbe Robustheit für deutlich weniger. Der DW-5000R ist keine schlechte Uhr, er ist nur für eine sehr spezifische Zielgruppe die richtige Wahl.

Vorteile

  • Originalgetreues Design des ersten G-Shock von 1983
  • Solide Verarbeitung, stoßfest und 200 m wasserdicht
  • Leicht und bequem im Alltag zu tragen
  • Batterie hält zwei bis drei Jahre bei normaler Nutzung
  • Klare Ablesbarkeit bei Tageslicht

Nachteile

  • Kein Tough Solar, Batteriewechsel alle zwei Jahre nötig
  • Keine Multi-Band 6 Funkuhr-Synchronisation
  • Kein Bluetooth oder moderne Konnektivität
  • LED-Backlight schwächer als bei modernen G-Shocks
  • Preislich über Budget-Alternativen und auf Höhe von Solar-Modellen
  • Resin-Gehäuse zeigt nach einiger Zeit Gebrauchsspuren

Empfohlene Alternativen

Fazit

Der CASIO G-Shock DW-5000R ist eine Uhr für Enthusiasten. Wer das Design des ersten G-Shock von 1983 am Handgelenk tragen will und bereit ist, dafür auf moderne Funktionen wie Solar und Funkuhr zu verzichten, bekommt hier ein authentisches Stück Geschichte für 158,80 Euro. Für Sammler und Nostalgie-Käufer ist der DW-5000R eine klare Empfehlung. Für alle anderen ist er schwer zu rechtfertigen. Der DW-5600 kostet 60 Euro weniger und bietet dieselbe Robustheit. Der GWM-5610 kostet ähnlich viel, braucht aber nie eine Batterie und stellt sich automatisch. Wer eine G-Shock als Werkzeug kauft, nicht als Statement, greift zu einer dieser Alternativen. Der DW-5000R ist keine schlechte Uhr. Er ist nur eine Uhr, die man aus den richtigen Gründen kaufen muss, und diese Gründe sind emotional, nicht rational.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Ja, der DW-5000R hat kein Tough Solar und läuft mit einer Knopfzellenbatterie, die laut Casio etwa zwei Jahre hält. In der Praxis schaffen viele Nutzer bei moderater Backlight-Nutzung auch drei Jahre. Ein Batteriewechsel kostet beim Uhrmacher 10 bis 20 Euro, bei Selbstwechsel nur ein paar Euro für die Batterie.

Der DW-5000R ist eine originalgetreue Neuauflage des ersten G-Shock von 1983 und kostet 158,80 Euro. Der DW-5600 ist funktional fast identisch, hat aber ein leicht modernisiertes Design und kostet rund 100 Euro. Beide haben keine Solar- oder Funkuhr-Funktion. Der Aufpreis beim DW-5000R zahlt man für die authentische Optik.

Nein. Casio hat bewusst auf moderne Features verzichtet, um die Uhr so nah wie möglich am Original von 1983 zu halten. Es gibt kein Tough Solar, keine Funkuhr-Synchronisation und kein Bluetooth. Wer diese Funktionen will, muss zu Modellen wie dem GWM-5610 oder GW-5000U greifen.

Für Sammler und Heritage-Fans, die das Design des ersten G-Shock von 1983 am Handgelenk tragen wollen und bereit sind, dafür auf Solar und Funkuhr zu verzichten. Für Käufer, die eine praktische Alltagsuhr suchen, gibt es bessere Alternativen, entweder günstiger (DW-5600) oder mit mehr Funktion (GWM-5610).

Ja, der DW-5000R ist bis 200 Meter wasserdicht und damit zum Schwimmen, Schnorcheln und für die meisten Wassersportarten geeignet. Die Uhr ist außerdem stoßfest nach dem klassischen G-Shock-Standard und hält Stürze und Schläge problemlos aus.

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